Dessous – gestern und heute
Dessous – beginnt diese Geschichte nun mit den Zeichnungen der alten Ägypter, die nachweislich Lendenschurze trugen? Und was war mit Jesus? Trug er bereits Dessous? Das erste Mal Konzentrieren wir uns auf Dessous. Dieses Wort gilt heute ausschließlich für Damenunterwäsche. Die ersten BH-ähnlichen Brustbinden kennt man wohl von den Griechen. Sie nannten sich Strophium. Diese Brustbinden wurden reich verziert und unter der normalen Kleidung dezent zur Schau gestellt. Später kamen Träger hinzu, um die komplizierte Wickeltechnik zu erleichtern. Im Mittelalter wurde Unterwäsche meistens aus Leinen gefertigt und war weiß. Dies hatte verschiedene Gründe: Leinen musste sehr aufwendig gebleicht werden und wurde dadurch zum Statussymbol reicher Leute. Da Weiß aber meist nicht lange weiß blieb, gehörte der Wäschewechsel – man hatte schließlich mehrere Sets an Unterwäsche – eben auch zum Statussymbol. Und man konnte den weißen Stoff besser waschen. Mit gefärbtem Leinen hätte dies zu Flecken, Löchern und Verfärbungen geführt. Die Geschäfte mit solcher Ware hießen damals Weißwarengeschäfte.
Über Unterwäsche aus Leinen würde die verwöhnte Damenwelt von heute wohl nur angewidert das Näschen rümpfen. Satin, Seide und Spitze soll es sein, vielleicht auch einmal Viskose, Kunstfasermischungen oder Baumwoll-Feinripp. Immer beliebter wird Microfaser, die sich seidig anfühlt, atmungsaktiv und hochelastisch ist und damit auch nach einem opulenten Mahl noch angenehm sitzt. Unterhosen heißen heute Slips, Panties, Jazzpants, Tangas, Stringtangas oder auch Radlerhosen. Unterhemden werden zu Tank Tops, BHs zu Minimizern oder Push Ups. Nur was ist mit der Schwerkraft? Tritt diese nicht wieder in Kraft, wenn man bei einem Date die Hüllen fallen lässt? Dessous gibt es heute in allen Größen, Farben, Schnitten und Formen. Frau muss gelegentlich etwas nach dem Passenden suchen, aber es lohnt sich. Jede Frau, egal mit welcher Figur, kann in den richtigen Dessous nur sexy und verführerisch sein. Ein Gefühl, für das es sich lohnt, auch einmal etwas länger in den Geschäften und Regalen zu stöbern.