Der Wickelrock – ein universelles Kleidungsstück
Der allseits bekannte Schottenrock, genannt Kilt, entspricht in seiner Form einem Wickelrock. Bei Modedesignerin Donna Karan gehört der Wickelrock zu einem der sieben Basics in der von ihr entwickelten modischen Grundausstattung. Doch ist er keineswegs eine neuzeitliche Erfindung: Bereits in der Bronzezeit trugen bei den alten Germanen die Frauen Wickelröcke. Man trifft den Wickelrock in zahlreichen Orten auf der ganzen Welt an. Dieses traditionelle Kleidungsstück ist im asiatischen Raum genauso beheimatet wie in Afrika oder Ozeanien. Der aus einer einzigen langen Stoffbahn bestehende um die Hüften geschlungene Rock wird bei Männern meist am Bauch, bei Frauen dagegen über den Hüften zusammengeknotet. Normalerweise reicht der Wickelrock bis zu den Füßen, er kann aber auch – doppelt geschlagen – kniekurz getragen werden, um eine höhere Bewegungsfreiheit der Beine zu erreichen.
In Laos heißt der Wickelrock „Sin“, in Malawi „Chitenges“, in Polynesien „Lava-Lava“. Man sieht Wickelröcke dort in vielen verschiedenen Farben und Mustern, wobei Blumenmuster oft den Frauen vorbehalten sind. Da der Wickelrock in ärmeren Ländern ein relativ preiswertes Kleidungsstück darstellt, tragen ihn oft minderbegüterte Männer, während reichere sich die weitaus teureren Hosen leisten können und damit in der Öffentlichkeit ihren Wohlstand präsentieren.
In unseren Gegenden sind Wickelröcke besonders beliebt im Sommer, wo sie beispielsweise gern am Strand über der Badebekleidung getragen werden. So ist es nicht verwunderlich, dass Wickelröcke eigentlich nie aus der Mode kommen. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern auch überaus praktisch, denn sie passen immer. Egal, ob man ein paar Kilos verliert oder zulegt, ein Wickelrock ist stets flexibel regulierbar. Insofern eignet er sich auch bestens für werdende Mütter, denn das Kleidungsstück kann „mitwachsen“. Aus demselben Grund sind Wickelröcke aber auch für heranwachsende Mädchen sehr vorteilhaft.