Piercings
Das Wort piercen stammt vermutlich aus der englischen Sprache. To pierce bedeutet durchbohren, durchstechen. Das Piercen ist schon sehr lange Zeit bekannt. Viele Urvölker in Afrika, Amerika und Asien schmücken hiermit ihre Körper. Ohrlöcher beispielsweise sind schon bei den Azteken belegt. Abgesehen von den Ohrlöchern wurde das Piercing in Europa erst während der 60er Hippie-Bewegung bekannt. Von den damals beliebten Reisen nach Indien wurden Ohr- oder Nasenpiercings mitgebracht. Einen breiten Zuspruch erhielt es aber erst durch die Punkbewegung der 1980er Jahre bzw. die Techno-Bewegung der 1990er Jahre. Heute gehören Piercings ins Alltagsbild und sind akzeptiert und etabliert.
Piercings können an nahezu jeder Stelle des Körpers gestochen werden. Es gibt sichtbare Piercings, wie z. B. an der Augenbraue oder an der Lippe. Außerdem gibt es noch Piercings, die nur der Partner zu Gesicht bekommt, beispielsweise an der Brustwarze, der Vorhaut oder den Schamlippen. Ob und für welches Piercing man sich entscheidet, ist den eigenen Vorlieben vorbehalten.
Ein Piercing sollte grundsätzlich vom Fachmann angebracht werden, um Entzündungen oder noch Schlimmeres zu vermeiden. Die Behandlung sollte mit sterilen Geräten erfolgen. Eine Betäubung erfolgt eher selten. Der Einstich der Betäubungsspritze ist genauso schmerzhaft wie der der Piercingnadel. Insofern ist dann nichts gewonnen. Die Stelle, die durchstochen werden soll, wird aber desinfiziert und enthaart. Anschließend wird der Durchgangsweg mit einem Filzstift markiert. An diese Markierungspunkte wird nun die sterile Klemme angesetzt. Diese hat an ihren Enden kleine Öffnungen, durch die die Nadel hindurchgeführt werden kann. Beim anschließenden Entfernen der Nadel verbleibt ein hauchdünner Plastiküberzug in dem Loch. Mit dessen Hilfe kann dann der eigentlich vorgesehene Schmuck durch das Loch hindurch gezogen werden. Der anschließende Heilungsvorgang dauert unterschiedlich lang.