DER SCHAL
Der Schal
Gerade jetzt im Winter erfreuen wir uns am wärmenden Schal. Im Sommer ergänzt ein solcher besonders edel die Abendgarderobe oder wertet Alltagskleidung auf. Doch woher kommt er eigentlich? War er schon immer in dieser Form vorhanden? Wie lange gibt es schon Schals?
Wärmend im Winter, dekorativ im Sommer
Der Begriff selbst kommt aus der englischen Sprache vom Wort Shawl. Dies bezeichnet ein Tuch, welches man umhängen oder als Kopftuch tragen kann. Es handelt sich dabei um ein schmales und recht langes Halstuch. Die ersten Schals wurden von den Bewohnern Kaschmirs getragen und bestanden aus einem Mischgewebe der beiden edlen Materialien Kaschmir und Seide. Auch heute noch sind die so genannten Pashmina Schals sehr teuer.
In Kaschmir leben die gleichnamigen Ziegen, aus deren Wolle die Tücher gewebt wurden. Es handelt sich dabei um quadratische oder rechteckige Formen. Sie konnten bereits in der Anfangszeit der Schals gut über Kopf und Schulter getragen werden. Auch heute noch ist diese Art des Tragens üblich.
Im Vergleich zur Schafswolle ist die Wolle, die von den Kaschmir-Ziegen gewonnen wird, wesentlich wärmender. Dünne Schals werden heutzutage aus Seide in den verschiedenen Varianten hergestellt. So gibt es z. B. Crepe de Chine oder Wildseide. Für warme Winterschals wird auch heute noch Wolle, wie z. B. Kaschmir und Schurwolle, verwendet. Moderne Stücke bestehen auch aus Polyacryl, welches unter der Bezeichnung Cashmink im Handel erhältlich ist, allerdings nicht an die hohe Qualität von Kaschmir heranreicht. Weiterhin sind an Materialien Microfaser oder Fleece im Einsatz, hier auch gern Polarfleece mit Antipilling-Ausrüstung (fusselfrei). Warme Schals entstehen auch aus Filz oder werden von Menschen, die gut stricken können, handgefertigt. Damit konnten erstmals Motive und Durchbruchmuster in Schals eingearbeitet werden. Weitere Möglichkeiten ergaben sich durch das Mixen der Materialien, beispielsweise Seide mit hochwertiger Schurwolle.
Dennoch hat unser heute moderner Schal schon eine etwa 500 Jahre auf dem Buckel. Er wurde nämlich vor so langer Zeit das erste Mal erwähnt. Damals war er freilich noch viel größer und ähnelte in der Form unseren heute bekannten großen Tüchern, die eher eine quadratische oder eckige Form haben. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Mantel entwickelt, der den bis dahin Wärme spendenden Schal verdrängte. Seit dieser Zeit als Accessoire genutzt, schrumpften die Schals und entwickelten sich zu der Form, wie wir sie heute kennen, also lang und schmal. An Beliebtheit hat er jedoch seitdem nichts eingebüßt.
Schals haben im Sport und beim Hobby besondere Bedeutungen. Beim Fußball beispielsweise trägt der Fan den Fanschal in den Farben der favorisierten Mannschaft. Bei Motorradfahrern zeigten gelbe Schals an, dass sich der Fahrzeugführer in einer Notsituation befindet. Dazu wurde er am Lenkrad des Motorrades befestigt und symbolisierte einen „Hilferuf“. Kamen andere Motorradfahrer vorbei, war die Unterstützung des in der Notlage befindlichen Fahrers Ehrensache.
Herren tragen ganz klassisch zur festlichen Abendgarderobe und hier besonders zum Frack einen weißen Abendschal. So gibt es passende Schals, die wie eine Krawatte getragen werden, besonders im Geschäftsbereich oder zu sehr festlichen Anlässen, wie Hochzeiten. Es werden aber auch Schals wie eine Stola um die Schultern getragen und ergänzen perfekt an kühlen Sommerabenden das Abendkleid, vor allem mit Träger- oder Corsagenoberteil. Ein farblich passender Schal wertet aber auch ein Kleidungsstück optisch auf oder setzt farbige Akzente in einer Kleidung, die sonst farblich aufeinander Ton in Ton abgestimmt wurde.