DER EMPIRE-Stil
Der Empire-Stil
Der Empire-Stil entwickelte sich in Frankreich zur Jahrhundertwende bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts und besonders gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Napoloen Bonaparte war es, der in der Zeit des französischen Kaiserreiches diese Moderichtung nach Europa brachte. Von der Modemetropole Italien, damals noch unter dem Einfluss Napoleons bis hin nach Russland setzte sich die Stilrichtung durch. Sie löste Anfang des 19. Jahrhunderts das Rokoko ab. Auch das Directoire ist eine Mode, die mit zum Empire-Stil gerechnet wird.
Schnelle elegante Mode
Kaum lassen sich diese Modeepochen auseinander halten, sie wechselten fließend oder endeten plötzlich zum Jahreswechsel. Stilrichtungen waren wie auch die politischen Entwicklungen sehr kurz und schnelllebig. Manche Moderichtungen dauerten nur wenige Jahre, wie beispielsweise die Revolutionsmode nur sechs oder das Directoire, was nur 8 Jahre dauerte. Immerhin hielt sich die Empiremode etwa von 1780 bis 1820. Sie ersetzte die Revolutionsmode und war durch besonders pompöse Outfits gekennzeichnet. Edle Stoffe, hochwertige Qualitäten und ungewöhnliche Muster zeigten ganz deutlich, dass hier ein kompletter Wandel im Gange war. Steife und schwere Kostüme in dunklen, leuchtenden Farbtönen lösten die Pastellfarben der bisherigen Gewänder ab. Teurer Samt mit Stickerei verdrängte das zarte Musselin. Der demokratisch-schlichte Look wandelte sich zu imperial-prunkvollen Kleidungsstücken. Dazu wurden Schuhe getragen, die mit Bändern um die Waden geschnürt wurden. Das Haar wurde locker hochgesteckt.
Frauenmode befreite sich von jedem Zwang. Das stark einschnürende Korsett, der Reifrock und Perücken, unter denen sich das natürliche Haar verstecken musste, fielen weg. Eine grundlegende Änderung erfuhr die Damenmode durch neue Muster und die Auswahl sanfter Kleider, wie sie schon in der Antike aktuell waren. Schließlich wandelte sich die Mode weiter und die Röcke wurden kürzer. Etwa 1820 entstand dann die A-Form, wobei die Kleidung oben schmal war und nach unten breit auslief wie ein Kegel. Außerdem wurden die Kleidungsstücke insgesamt recht bieder; weibliche Formen wurden versteckt. Der weite Ausschnitt wurde zunächst immer anliegender und zuletzt wurden sogar kleine Spitzenkrägen getragen, die den Hals verdeckten. Bei den Herren waren hohe und steife Stehkragen modern, die im Volksmund „Vatermörder“ genannt wurden. Auch die Ärmel der Kleidungsstücke reichten von der Schulter bis zur Hand.
Die Herren trugen während der Zeit der Empiremode Zylinder, wie sie schon Ende des 18. Jahrhunderts aus Amerika mitgebracht worden sind. Besonders stark entwickelte sich der Empire Stil für die Herren in England. Dem neuen empirischen Kleidungsstil gemäß entstand auch eine neue Lebenseinstellung, die des Dandy. Das waren die Herren der Schöpfung, die einen hohen Wert auf Mode und Korrektheit ihrer Kleidungsstücke legten. Sie trugen bevorzugt die sehr teuren, edlen und feinen Materialien, beispielsweise Seide, Tweed oder Tuch, maßgeschneiderte Anzüge und reinweiße Hemden. Ergänzt wurde diese Kleidung durch Halstuch, Krawatte und elegante dezente Accessoires.